Interview
„Eine Sache der
Gesellschaft“
Er ist der Neue: Christian Abke.
Seit einem Jahr verantwortet er das operative Geschäft bei Spax. Ein Interview über Unternehmenswerte, Nachhaltigkeit in der Metallindustrie und ganz persönliche Wünsche und Erfahrungen.
Herr Abke, Sie sind nun etwa ein Jahr neuer COO (Chief of Operations) bei Spax. Wie fällt Ihr persönliches Fazit dazu aus?
Es war ein toller Einstieg, ich bin sehr herzlich empfangen worden. Die Kollegen waren alle sehr offen und haben mich gut unterstützt. Viele Mitarbeiter sind schon sehr lange bei SPAX – mit einer unglaublich hohen Loyalität zum Unternehmen und einer Begeisterung und Leidenschaft für die Marke. Das macht Spaß! Und SPAX als Unternehmen passt für mich perfekt. Es ist ein Familienunternehmen mit hohem Bezug zur Region und zu seinen Mitarbeitern.
Das ist bei uns sehr vielschichtig. Zum einen unterstützt die Schraube selbst den Holzbau. Wir sind das Verbindungselement für zukünftige Holzbauprojekte, das bedeutet, wir unterstützen das Thema Nachhaltigkeit über unsere Produkte indirekt. Auf der anderen Seite engagieren wir uns als Unternehmen stark. SPAX hat ein zertifiziertes Umwelt- und ­Energiemanagementsystem. Das bedeutet, wir haben uns dazu verpflichtet alle Umweltgesetze einzuhalten und in den nächsten zehn Jahren den Energieverbrauch um wenigstens 30 Prozent zu ­reduzieren. Auch die Verpackungsstrategie wird sich über die nächsten Jahre ändern. Wir haben ja schon recht viele Verpackungen aus Pappe. Wir wollen Kunststoff bei der Verpackung aber zukünftig im Produktbereich komplett vermeiden und setzen da auf alternative Verpackungsstrategien. Nachhaltigkeit ist für mich aber neben dem Umweltaspekt auch ein gesellschaftliches Thema. Unsere Belegschaft wird immer älter, genau wie die Bevölkerung. Ja, wir sind ein Industrieunternehmen, natürlich müssen wir da auf Kosten und Prozesse achten – aber nicht um jeden Preis. Wir arbeiten beispielsweise daran, in Zukunft Arbeitsplätze zu bieten, die für Jung und Alt gleichermaßen geeignet sind. Zu guter Letzt haben wir noch einen unschlagbaren Vorteil: Unsere Schrauben werden in Deutschland produziert. Sie legen keine 20.000 Kilometer im Container zurück, wie bei unseren asiatischen Mitbewerbern. Das hilft, den CO2-Fuß-abdruck ­relativ klein zu halten.
„Ich würde niemals für ein Unternehmen arbeiten oder ein Produkt herstellen, mit dem ich mich nicht identifizieren kann.“
zur Person
Christian Abke
Der 49-jährige Christian Abke ist seit 2018 bei SPAX. Zuvor war er 11 Jahre im Management bei Zwilling und 12 Jahre bei Siemens. Nachhaltigkeit findet für ihn in allen Bereichen statt: Energie, Umwelt und Gesellschaft.
Das Thema Nachhaltigkeit ist aktuell ja von großer Bedeutung. Was kann das Unternehmen dazu beitragen?
Was sind die Herausforderungen für das Unternehmen in den nächsten Jahren?
Der Markt dreht sich in Richtung Online, da müssen wir uns strukturell darauf einstellen. Wir bauen unsere Produktionsprozesse um, um auf diese Dynamik
reagieren zu können. In einer Welt von Amazon & Co., bei der jeder am nächsten Tag seine Bestellung erwartet, müssen wir einfach schneller werden. Das betrifft die Fertigungsprozesse, aber vor allem muss unsere Logistik umgebaut werden. Denn: Die Verfügbarkeit unserer Produkte beim Kunden hat oberste Priorität.
Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Wenn Sie sich etwas wünschen dürften, was wäre das?
Wenn ich mir etwas wünschen darf, dann sehr gern Bewerbungen von ­Fachkräften aus dem Bereich Industrie 4.0, E-Com­merce und IT – die brauchen wir dringend, um den angestoßenen Wandel mit unseren Mitarbeitern weiter gestalten zu können.