Ausblicke

Wood City Helsinki
In Helsinki wächst seit einigen Jahren ein komplett neuer Stadtteil im ehemaligen Hafengelände – ähnlich wie in Hamburg oder Rotterdam. Es gibt allerdings einen gravierenden Unterschied: In Finnland wird auf und mit Holz gebaut. Im Südwesten des Zentrums errichtet das Bauunternehmen SRV zu-sammen mit Finnlands größtem Holz- und Papier-konzern Stora Enso die Wood City. Aus Holz entstehen dort in Modulbauweise vier Wohngebäude mit bis zu sieben Etagen, außerdem Büros und ein Hotel.
Die Wood City ist Teil des neuen Bezirks Jätkäsaari, wo im Jahr 2030 etwa 24,000 Menschen wohnen und 10.000 Menschen arbeiten sollen.

BROCK COMMONS TALLWOOD HOUSE

Auf dem Campus der University of British Columbia in Vancouver, Kanada, steht seit Juli 2017 das mit 53 Metern aktuell wohl höchste Haus aus Massiv-holz weltweit, treffend „Brock Com-mons Tallwood House“ genannt. Das Architekturbüro Acton Ostry Architects hat damit ein schnelles, sauberes und kostengünstiges Modell etabliert. Dabei setzten die Kanadier auch auf öster-reichisches Know-how: Hermann Kaufmann Architekten haben den Bau des Wohnheims für 400 Studierende als „Tall Wood Advisors“ begleitet und ihre Erfahrung mit effizienten Holzstruktu-ren eingebracht. Für die Universität ist es bereits der achte Holzbau in Massivbauweise.

KÖNIG-LUDWIG-BRÜCKE KEMPTEN

Die Eisenbahn galt in ihrer Anfangszeit als hochgefährlich. Bei der süddeutschen Walhallabahn, welche das vom Bayerischen König Ludwig I. erbaute Walhalla verkehrstechnisch erschloss, gab es eine kuriose Vorschrift. Vor dem Zug musste eine Person mit einer roten Fahne herlaufen, um zu warnen. Dieser Mann wurde im Volksmund „Fahnerlbua“ (Fahnenjunge) genannt. Ob über die von 1847 bis 1852 erbaute König-Ludwig-Brücke in Kempten im Allgäu jemals ein solcher Fahnerlbua gelaufen ist, ist nicht überliefert.

Per Kran in die Feldwerkstatt
Bei der Brücke handelt es sich um eine der weltweit ältesten Eisenbahnbrücken aus Holz. Nun wurde die Brücke für fünf Millionen Euro saniert. Dazu wurde sie in drei Einzelteile zerlegt und mit riesigen Kränen in eine eigens errichtete Feldwerkstatt gehoben. Dort wurde unter anderem die Holzkonstruktion restauriert – auch mithilfe von SPAX-Know-how. Im Sommer 2018 wurden dann die Elemente an Ort und Stelle wieder zusammengefügt. Mit vier Kränen wurde das 54 Meter lange und 40 Tonnen schwere mittlere Teilstück 30 Meter weit hinübergehoben. Die Kräne operierten dabei von der benachbarten Oberen Illerbrücke aus. Mit über 1.000 Tonnen Gesamtgewicht brachten die Lastenheber damit auch die Obere Illerbrücke an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.