Design

Hölzener Himmel

Ökologisch, britisch, modern: Aus 30 stilisierten Bäumen fügen die Londoner Architekten Marks Barfield eine einzigartige Holzdecke für eine Moschee in Cambridge zusammen. SPAX macht es möglich.

Wer an Cambridge denkt, dem kommen zuerst die altehrwürdigen Unis in den Sinn. King’s College, Trinity College, St. John’s College – die Hochschulen genießen Weltruf. An herausragende Holzbauten in der ostenglischen Stadt denken die wenigsten. Das wird sich aber bald ändern. In Cambridge entsteht zurzeit ein Gebäude, das durch seine Kombination aus Funktionalität und Ästhetik sowie durch die schieren Dimensionen beeindruckt. Die Rede ist von der „New Cambridge Mosque“, einer Moschee, die auf einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern für 1.000 Gläubige Platz bieten wird.Geplant vom Londoner Architek-turbüro Marks Barfield Archi-tects, das auch das spektakuläre Riesenrad „London Eye“ erschuf, war das Thema „Nachhaltigkeit“ eine der wichtigsten Vorgaben. Photovoltaik und Regenwassergewinnung zählen zu den Bausteinen dieses Konzepts. Die im wahrsten Sinne des Wortes tragende Säule ist indes die außergewöhnliche Verwendung des Baustoffes Holz. Allein die Decken-konstruktion ist ein echtes Kunstwerk: 30 frei geformte Holzsäulen dienen als Tragwerk, das sich in der Höhe zu einer gitterartigen Struktur verbindet. Be-eindruckend, wie diese Säulen hier gleichermaßen als „tragende Bäume“ nach oben wachsen und die islamische Formensprache aufnehmen.
Werkstoff von Mutter Natur
Auch die Decken, die rund 3.200 Quadratmeter Fläche umfassenden Außen- und Innenwände, die 2.000 Quadratmeter große Dachfläche und drei Treppen bestehen aus Holz. Und die neun Meter hohe Kuppel, die als krönender Abschluss auf die Deckenkonstruktion gesetzt und mit Blattgold überzogen wird, besteht ebenfalls aus dem Werkstoff von Mutter Natur. Rundungen, Krümmungen und präzise verschraubte, in großen Teilen von SPAX gelieferte Verbindungen: Für die planerische und bauliche Umsetzung der zahllosen Holzbauelemente war die Firma Blumer-Lehmann AG verantwortlich. Als führendes Schweizer Holzbauunternehmen hat die BlumerLehmann AG in Zusammenarbeit mit Architekturbüros wie Foster + Partners oder dem Büro Herzog & de Meuron schon spektakuläre  Free-Form-Holzbauten auf der ganzen Welt realisiert. Bei dem „New Mosque Project“ betraten aber auch die Holzbauspezialisten Neuland. Welch hoher technischer Aufwand dahinterstand, erläutert Projektleiter Jephtha Schaffner: „Die einzelnen Holzbauelemente fertigten wir in unserem Werk in der Schweiz auferschiedenen Produktionsanlagen und in unterschiedlicher Holzbauweise an.“ Diese Vielfältigkeit an Elementen bedinge eine absolut präzise Koordination von Produktion, Montage und Logistik. 80 Lastwagenladungen mit knapp 3.800 einzelnen Bauelementen wurden so auf eine siebentägige Reise vom schweizerischen Gossau ins 1.500 Kilometer entfernte Cambridge geschickt.
Schweizerische Präzision
„Ganz wichtig“, so Schaffner, „waren die richtige Zuordnung, Beschriftung und Reihenfolge aller Teile. Nur wenn jedes Bauelement zum richtigen Zeitpunkt auf der Baustelle eintrifft, funktioniert die Montage nach Plan. Ein eventuell fehlendes Teil lässt sich hier nicht mal eben so mit einem Anruf in der Firma nachbestellen.“Dank der berühmten schweizerischen Präzision wurden die umfangreichen Holzarbeiten planmäßig abgeschlossen. Ende des Jahres, so der momentane Stand der Dinge, soll die Moschee (zu der noch ein Café, zwei Wohnungen und eine Gartenanlage gehören) fertiggestellt sein.

Zahlen Und Fakten zur Moschee in Cambridge

4.000
Quadratmeter Grundfläche
3.200
Quadratmeter Außen- und Innenwände
2.000
Quadratmeter Dachfläche
Dach in Rippenkonstruktion, Innen- und
Außenwände in Holzrahmenbau
Tragwerk bestehend aus
3.000
frei geformten Bauteilen
80 Lastwagenladungen mit knapp
3.800
einzelnen Bauelementen
39.000
Schraubverbindungen