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„Vertrauen ist gut, …

… Kontrolle ist besser“, sagt Tony dos Santos. Als leitender Quality Manager bei SPAX ist er Chef der internen Schraubenpolizei. Ein Blick hinter die Kulissen Von SPAX.

„Wir versprechen unsereN Kunden made in Germany, und das ist zuallererst ein Qualitäts-versprechen, eine Verpflichtung und eine Garantie.“

Tony dos Santos, Leiter Quality Management bei SPAX

Der Geruch nach Öl, Schmiere und Wasserdampf liegt in der Luft, ein tiefes Wummern erinnert stetig an die Maschinen nebenan: Zwischen aufgeräumten Werkbänken, Schraubenproben und Messwerkzeugen schreitet Tony dos Santos zur Tat. Im Bauch des SPAX-Werks in Ennepetal befindet sich sein Reich: die Labore des Qualitätsmanagements. Nur wenige Schritte sind es von dos Santos’ Büro bis zur Produktionshalle. „Das ist von Vorteil“, sagt der leitende Quality Manager bei SPAX, während er mit einer Mitarbeiterin den Querschliff einer Schraube, 600-fach vergrößert von einem Spezialmikroskop, begutachtet. „
Alles gut“, sagt er und zieht weiter. Der 43-Jährige sieht sich selbst als „Pedant und Kontrolleur“ und meint das „absolut positiv“, wie er sagt. Der Solinger sorgt mit seinem achtköpfigen Team dafür, dass SPAX kontinuierlich Qualität liefern kann. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, sagt dos Santos. Aus seinem Mund klingt der uralte Spruch kein bisschen abgedroschen. Beim QM, wie sein Team intern genannt wird, ist Kontrolle alles andere als ein Schimpfwort. Im Gegenteil. Es ist die tägliche Arbeit.
Stetige Kontrolle – 15-mal pro Halbjahr
Wie funktioniert das genau? „Dem Produktionsprozess chronologisch folgend, beginnt unsere Arbeit bei der Wareneingangsprüfung Draht“, erläutert dos Santos. Er und sein Team prüfen also, ob der Draht für die SPAX geeignet ist. Danach geht es an die sogenannte Streckenkontrolle. Dos Santos erläutert: „Jeder Mitarbeiter in der Produktion wird 15-mal pro Halbjahr kontrolliert.“ Das gehe mittlerweile ganz einfach – mit sogenannten Prüfautomaten, blauen Kästen, die zwischen den Maschinen zu finden sind. Wenn dos Santos selbst in der Produktionshalle unterwegs ist, was täglich vorkommt, hat er seinen Messschieber immer griffbereit. „Ich kann an keinem Container vorbeigehen, ohne hineinzugreifen“, sagt er und wirkt dabei wie ein Tüftler in seiner Werkstatt.
Hightech-korrosionskammer
Im nächsten Schritt kontrollieren er und sein Team, ob in der Härterei alles nach Plan läuft. „Wir erkennen anhand der Schrauben sofort, ob es Probleme mit einem Ofen gibt oder ob die Oberfläche anderweitig beschädigt wurde“, erläutert der ausgebildete Werkstofftechniker, während er eine Treppe hinaufgeht. „Dort oben befindet sich die Korrosionskammer“, sagt er. Seine Kollegin Nicole Benner kümmert sich um das Hightech-Gerät. „Wir bekommen Proben von unseren veredelten Schrauben mit verschiedenen Oberflächen und Korrosionsbeständigkeiten und prüfen sie darin mit einem speziellen Salznebel“, erklärt sie. Einmal am Tag wird die Kammer für eine Stunde geöffnet und jede einzelne Schraube gecheckt.„Es kommt nur sehr selten vor, dass wir etwas verschrotten müssen“, sagt dos Santos nicht ohne Stolz. Dennoch ist ihm klar: „Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, das ist eben so.“ Deswegen müsse ständig und überall geprüft werden. Der QM-Leiter ist da ganz pragmatisch: „Wenn wir eine fehlerhafte SPAX finden, ist das kein Problem. Aber wenn der Kunde eine fehlerhafte SPAX bekommt, haben wir nicht nur unnötige Kosten, sondern einen beträchtlichen Imageverlust.“ „Auf Die Qualität achten“Dos Santos macht deswegen keine Kompromisse, löst Probleme aber gern auf seine typische Art: freundlich und gelassen. Ihn scheint kaum etwas aus der Ruhe zu bringen. Doch wenn es um Genauigkeit geht, wird er plötzlich leidenschaftlich: „Wir versprechen unseren Kunden ja Made in Germany, und das ist zuallererst ein Qualitätsversprechen, eine Verpflichtung und eine Garantie“, sagt er. Und da gehe es eben um Hundertstel und Mikrometer. Deswegen habe er die Berechtigung, jede Maschine jederzeit auszustellen, falls etwas nicht planmäßig läuft: „Aber das ist noch nie vorgekommen“, berichtet er. Zugleich möchte er nicht als Kontrolleur wahrgenommen werden. Schließlich ist auch das Qualitätsmanagement eine Gemeinschaftsaufgabe. „Am Ende werden nämlich all unsere Gehälter vom Kunden bezahlt, also muss auch jeder auf die Qualität achten“, sagt der in Deutschland geborene Portugiese und schiebt hinterher: „Ist doch klar!“„Ich finde den Fehler“Hier ein lockerer Spruch, dort ein Schulterklopfen: Dos Santos und sein Team sind eine Einheit. Viele Mitarbeiter kennt er seit Jahren, einige seit Jahrzehnten. Er weiß: „Auch bei der Kontrolle ist Vertrauen wichtig.“ Für dos Santos gibt es nur schwarz oder weiß, richtig oder falsch. „Wenn etwas schiefläuft, finde ich zuallererst den Fehler – egal, wie lange das dauert.“

So prüft das SPAX Quality-
Management

3.000
Messwerkzeuge sind im Einsatz
15-mal
pro Jahr wird jeder Produktionsmitarbeiter evaluiert
pro
10.000
Schrauben erfolgt eine Prüfung
bis zu
100
Aufträge fasst die Korrosionskammer